EcoInn-Projekt beflügelt Öko-Innovationen im Donauraum

Am 29. Juni 2017 trafen sich Vertreter/innen aus Politik, Wirtschaft und Universitäten bei einem Stakeholdermeeting zum Thema „Öko-Innovationen in Österreich“.  Es war das erste von zwei Meetings, welches das Economica Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des EU-Interreg-Projekts „EcoInn“  durchführt. Dabei wurde das „Virtual Lab“ vorgestellt, an dessen Fertigstellung die 12 EcoInn-Projektpartner der Donauländer momentan arbeiten. Das Virtual Lab wird eine Plattform zum Austausch von Know-how, Daten, Technologien und Ressourcen zwischen Forschungs-,  und Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Investoren bilden. Oberstes Ziel ist das Vorantreiben von Öko-Innovationen; primär im Bereich Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Recycling. Essenziell vorab ist das Wissen um den nationalen Status quo; alle 12 Länder stellen hierfür Informationen bereit.

Wo steht Österreich in punkto Öko-Innovation?

Wo steht Österreich in punkto Öko-Innovation, und worin bestehen die Engpässe und Hindernisse? Aus diesen Kernfragen ergab sich beim Meeting eine äußerst anregende Diskussion.

Österreich hat ein gutes Öko-Innovations-Potenzial, schöpft es aber ungenügend aus. Ergebnisse aus universitärer Forschung erscheinen in Form von Publikationen in Fachzeitschriften, werden aber nur selten durch die Industrie in marktfähige Produkte umgesetzt. Deshalb gilt es, alle Maßnahmen zu unterstützen, welche die Kommunikation zwischen Academia und Unternehmen einerseits stärken sowie andererseits unternehmerisches Know-How auf Seiten der Forschungseinrichtungen fördern. Engpass ist meist der Schritt vom Prototyp zum marktfähigen Produkt. Förderungen konzentrieren sich v.a. auf die Frühphase, doch R&D-intensiven Unternehmen fehlt es nicht selten an Eigenkapital, ihre Ergebnisse mit einem hinreichend langen Atem gewinnbringend umzusetzen. Das Fördersystem sollte daher entsprechend angepasst werden. Querdenken und die Abkehr von eingefahrenen Mustern, transdisziplinäre Kooperation, niedrigere bürokratische Hürden, höhere Risikobereitschaft, Projekte mit ökologischer Thematik auf die Überholspur (z.B. durch Calls, die öko-innovative Projekte fördern, auch wenn diese risikobehaftet sind) und ein redliches „Scheitern“ als Erfahrungsgewinn – all dies würde Österreich weiterbringen. Damit Prototypen künftig nicht auf der Strecke bleiben, sollte unternehmerisches Denken von Beginn an in Schule und Studium – gleich welches Fach – verankert werden.

Pflanzliche Rohstoffe sind immens vielseitig

Photovoltaikanlagen liefern pro Flächeneinheit ca. 300 Mal mehr Energie im Vergleich zu Biomasse (http://dx.doi.org/10.1016/j.biombioe.2017.02.017). Biomasse ist als wertvolle, vielseitige Ressource für die Kreislaufwirtschaft zu verstehen, nicht als Treibstoff-Lieferant. Pflanzliche Rohstoffe sind immens vielseitig, und verknüpft mit innovativen Modifikationen (z.B. mittels Mikroorganismen, Enzymen) können sie erdölbasierte Materialien und Produkte ersetzen. Vielversprechend ist die Verknüpfung von Kunst und „Green Walls“, in Form von schmutzwasser-klärenden vertikalen Bepflanzungen zur Dekoration öffentlicher Gebäude. Der breiten Öffentlichkeit (=Konsument(in) sind Öko-Innovationen verstärkt in ihrer Bedeutung nahe zu bringen. Eine unterschätzte Gefahr, aber zugleich auch eine Ressource sind die rasch zunehmenden Neophyten. Mit einem guten Konzept ließen sich Rohstoffgewinnung und Schutz heimischer Arten/Biodiversität kombinieren.

Teilnehmer des 1. Meetings waren:

  • Dipl.-Ing. Oliver Dworak (Bundessparte Industrie – Wirtschaftskammer Österreich)
  • Mag. Erna Etlinger van der Veeren (Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung Betrieblicher Umweltschutz und Technologie, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft)
  • Mag. Theresa Heitzlhofer (Alchemia nova – Institut für innovative Phytochemie und Kreislaufwirtschaft)
  • Dr. Christian Helmenstein (Industriellenvereinigung)
  • PD Dr. Roland Ludwig (Institut für Lebensmitteltechnologie, Universität für Bodenkultur)
  • Mag. Michael Müllneritsch (Aracuba GmbH
  • Dr. Josef Pinkl (AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernäherungssicherheit GmbH)
  • PD Dr. Georg Seifert (Institut f. Angewandte Genetik und Zellbiologie, Universität für Bodenkultur)

Moderation und Organisation: PD Dr. Andrea Pitzschke, Bernadette Dolle BSc

Das Economica Institut lädt Sie schon jetzt herzlich zum 2. Stakeholdermeeting ein. Über den exakten  Termin (Mitte/Ende September) informieren wir Sie rechtzeitig.