Ressourcen Forum Austria

Tagung: Österreich – Wasserreich | Nachbericht

Am 5. Juni 2014, dem Weltumwelttag, diskutierten im Haus der Industrie in Wien nationale und internationale Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Ressourceneffizienz der österreichischen Industrie und Landwirtschaft. Im Fokus der Tagung unter dem Titel „Österreich – Wasserreich“ stand die effiziente Nutzung der Ressource Wasser.

Ressourceneffizienz wesentlich für Gemeinden, Landwirtschaft und Industrie

KommR Mag. Rudolf Zrost, Präsident des Ressourcen Forum Austria, präsentierte zu Beginn das Ressourcen Forum den Tagungsgästen und neuen Mitgliedern und sprach mit Dr. Xaver Edelmann, Präsident des World Resource Forum über Nutzen und Ziele des Vereins. „Die Ressourceneffizienz zählt zu den wesentlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, stellt gleichzeitig aber auch eine große Entwicklungschance dar“ betonte Präsident Zrost. „Nur wenn wir es schaffen weniger Ressourcen für die industrielle und landwirtschaftliche Produktion bei gleicher Kapazität zu verbrauchen, können wir auch langfristig wettbewerbsfähig bleiben“ mahnte Zrost.

Ein Hauptziel des Ressourcen Forum Austria ist die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis sowie internationale Kooperationen. Damit soll das Know-how der Mitglieder über effiziente Ressourcennutzung gesteigert werden. Denn Forschung und Entwicklung sind die Grundmauern der Ressourceneffizienz. Dr. Xaver Edelmann hob die Bedeutung der Beteiligung der Wirtschaft am Ressourcen Forum Austria als besonders wertvoll hervor – eine Tatsache, die der Organisation auch international ein Alleinstellungsmerkmal verleiht.

Auch für Dr. Nikolaus Lienbacher, Direktor der Landwirtschaftskammer Salzburg sowie Schriftführer und Mitinitiator des Ressourcen Forum Austria, ist die mutige Vernetzung aller Akteure vorrangig, um die Potentiale der Ressourceneffizienz bestmöglich zu heben. „Die Gemeinden sind in Ihrer Rolle als Versorger gerade bei Wasserver- und Abwasserentsorgung genauso vom Thema Ressourceneffizienz angesprochen“ konstatierte Gemeindebundpräsident Prof. Helmut Mödlhammer.

Die Wertschöpfungsrelevanz von Rohstoffen

Dr. Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung beeindruckte mit einer dreidimensionalen Karte der Wertschöpfungsentstehung im Bundesland Salzburg. Diese zeigt die starken regionalen Unterschiede in der Wertschöpfungsintensität. Dr. Christian Helmenstein betonte, es gäbe mehrerer Erfolgspfade zu Wohlstand auch unabhängig von Rohstoffvorkommen. Für eine ressourceneffiziente Wertschöpfungsgenerierung seien jedoch Innovationen und Erfinder wesentlich. Auch bei der Intensität der Erfinder je Einwohner zeigen sich große lokale Unterschiede und Hot-Spots abseits der großen Ballungszentren. Die Chance zu einer Revolution im effizienten Materialeinsatz sah Helmenstein vor allem in additiv-generativen Fertigungsverfahren (Stichwort 3D-Druck) und untermauerte seine These mit der stark steigenden Zahl an verkauften Geräten in Industrie und privaten Haushalten. Das Thema Ressourcen- und Materialeffizienz ist in der Wirtschaft angekommen, das beweisen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. (Präsentation als PDF)

Österreich – Wasserreich

Abschließend diskutierten die Experten über Österreichs Wasser und dessen Bezug zur Wertschöpfung. Österreich ist ein wasserreiches Land und kann sich hervorragend mit Trinkwasser und Brauchwasser versorgen. Der Klimawandel wird die verfügbare Wassermenge in Österreich reduzieren, mit nachteiligen Folgen für Ökologie und Stromerzeugung. Die ausreichende Wasserversorgung ist aber auch weiterhin gegeben und bietet einen großen Standortvorteil für Industrie und Landwirtschaft in Österreich. Trotzdem hat Österreich einen negativen Saldo beim virtuellen Wasser. Das ist der Wasserverbrauch, der durch die Produktion von importierten Produkten/Waren steckt. Deshalb sollte nach Meinung der Experten die Produktion von wasserintensiven Produkten in Österreich verstärkt werden, anstatt diese zu importieren. Dies nutzt die Standortstärke Österreichs und lindert die Probleme der Wasserversorgung in anderen Ländern. Mehr regionale Produktion und Konsum verringern Transporte und Transportkosten, das bringt positive ökonomische und ökologische Effekte mit sich.

Der direkte Wasserverbrauch der österreichischen Haushalte ist sehr gering – Österreich ist Wassersparmeister. Die Sanierungen von Altbauten und weitere Innovationen würden den Verbrauch weiter verringern. Kanalsysteme und Ortswasserleitungen müssen aber erst für niedrige Durchflussraten umgerüstet werden.

Österreich ist bereits in vielen Bereichen hocheffizient bei der Nutzung seiner Wasserressourcen. Allerdings gibt es sowohl in Industrie wie Landwirtschaft noch Potenzial den Wasserverbrauch zu minimieren und damit die Ressourceneffizienz in Landwirtschaft und Industrie zu erhöhen. Wichtig ist die Rolle der Konsumenten durch gezielte Information zu stärken. Für eine Gesellschaft der materialeffizienten Produktion und des ressourcenschonenden Konsums bedarf es noch viel Information und Aufklärungsarbeit.

 

An der Podiumsdiskussion nahmen folgende Experten teil: Präsident Abg. z. NR ÖR Franz Eßl (LK Österreich), DI Herfried Harreiter (Verbund), Prof. DI Dr. Hubert Holzmann, Prof. DI Dr. Eduard Hochbichler (beide BOKU), Prof. Dr. Christa Liedtke (Wuppertal Institut), Sektionsleiter-Stv. DI Rupert Lindner (BMLFUW) und DI Helmut Schwarzl (Geberit).

 

Die Veranstaltung moderierte Mag. Irene Schulte, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Salzburg, Kassierin und Mitinitiatorin des Ressourcen Forum Austria

(Wien/ Ressourcen Forum Austria)