Der Beitrag von Gemeinden zur Ressourcenwende | Positionspapier

Effiziente kommunale Kreislaufwirtschaft

Schutz und Sicherung der natürlichen Ressourcen stellt eine der größten Herausforderung unserer Gesellschaft im 21. Jahrhundert dar. Die Steigerung der Ressourceneffizienz und die Entwicklung zu einer Kreislaufwirtschaft zählen deshalb zu den entscheidenden Aufgaben unserer Zeit. Das Problem des zu hohen Ressourcenverbrauchs wurde sowohl von internationalen, supranationalen Institutionen (wie der Europäischen Union) wie auch auf der nationalen Ebene behandelt und teils ambitionierte Maßnahmen gesetzt.

Doch die Anstrengun­gen zur Förderung der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen müssen auch auf jener Ebene stattfinden, die Bürgern und Betrieben am nächsten ist: in Regionen und Ihren Gemeinden!

Städte, Gemeinden und Regionen haben großes Potential für eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung der Ressourcenwende. Um dieses Potential entlang der vielfältigen Aufgaben- und Handlungsfeldern der Gemeinden sowie die Vorteile von und für Gemeinden und Regionen aufzuzeigen, hat das Ressourcen Forum Austria ein Positionspapier verfasst.

RFA_2021_Kommunale-Kreislaufwirtschaft_Positionspapier

Denn Gemeinden sind zentrale Knotenpunkte des Ressourcen- und Energieverbrauchs und seiner Effekte wie bspw. Wertschöpfung und Beschäftigung, aber auch Abfallproduktion und Treibhausgasemissionen. Deshalb sind sie auch in der Lage mit ihren Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten eine zentrale Funktion bei der Entwicklung einer effizienten Kreislaufwirtschaft und der Optimierung von Stoffkreisläufen einzunehmen.

Ohne kommunale Akteure als Partner sind viele ressourcenpolitische Maßnahmen nicht denkbar. Folgende erste Schritte können Gemeinden setzen, um das Ziel einer Kreislaufwirtschaft anzustoßen:

  1. Bewusstsein durch Information: Was eine Kreislaufwirtschaft ist und welche Potenziale diese bietet muss in der Gemeinde, unter Bürgern, in Betrieben bekannt gemacht werden.
  2. Analyse des Status Quo: Um sich ein Ziel zu setzen, braucht es Kenntnis über den Status Quo. Deshalb muss ein erster Schritt auf dem Weg zu einem optimalen Stoffstrommanagement die Bestandsaufnahme in oben skizzierten Handlungsfeldern sein. Die Gemeinde muss die für sie relevanten Stoffströme identifizieren und definieren, welche Kriterien für sie wichtig für die Auswahl (Umweltgefährdung, Mengen, Knappheit, Wertschöpfung, etc.) sind.
  3. Ziele definieren: Die Gemeinde muss sich in einem demokratischen Prozess spezifische Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftsziele setzen.
  4. Vorangehen: Die Gemeinde geht in den ressourcenrelevanten Handlungsfeldern als Vorbild und Impulsgeber voraus. Ein eigener Koordinator als zentrale Schnittstelle wird allein oder von mehreren Gemeinden für die Region etabliert.
  5. Netzwerk:  Alle Akteure in der Gemeinde, die sich für Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft einsetzen, werden vernetzt und unterstützen beim Aufbau einer Plattform.
  6. Unterstützen: Pilotprojekte aus der Wirtschaft werden von der Gemeinde gefördert.
  7. Kooperation suchen: Da viele Stoffkreisläufe nur in gemeindeübergreifender Zusammenarbeit bearbeitet werden können, suchen die Gemeinden die Kooperation in Verbänden, Vereinen und bestehenden Strukturen und tauschen sich zu Erfahrungen und Initiativen aus.

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