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Die Chance Langlebigkeit nutzen

Wir leben in einer Zeit fundamentaler Umbrüche. Wenn wir ehrlich sind, stehen wir vor gewaltigen Herausforderungen: Der Ressourcenverbrauch steigt, der Klimawandel drängt, Lieferketten wanken – und unser lineares Wirtschaftssystem stößt an seine Grenzen. All das verlangt nach neuen Wegen und Denkweisen. Weg von der Verschwendung, hin zu einem ökologisch tragfähigen und wirtschaftlich zukunftsfähigen Umgang mit unseren natürlichen Grundlagen. Doch die gute Nachricht ist: Die Kreislaufwirtschaft bietet konkrete Antworten.

Kreislaufwirtschaft: Eine doppelte Chance

Die Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als ein ökologisches Konzept. Sie ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine ökonomische Chance. Sie bedeutet: intelligenter produzieren, effizienter nutzen, länger erhalten – und damit Kosten senken, Resilienz steigern und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Wer Ressourcen spart, spart Kosten. Wer Produkte länger nutzbar macht, stärkt seine Widerstandskraft. Und wer auf Kreisläufe setzt, macht sich unabhängiger von globalen Krisen. In einer Welt am Limit ist genau das unser größter Standortvorteil. 

Das Herzstück: Langlebigkeit

Zentral für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist die Langlebigkeit. Die Vermeidung von problematischen Materialien und die effiziente Produktion stehen am Anfang. Am Ende steht das umfassende Recycling. Doch dazwischen spielt Langlebigkeit die entscheidende Rolle – bei Produkten, bei Infrastrukturen und bei unserem Umgang mit Dingen im Alltag. Und genau dieses Prinzip stand deshalb im Mittelpunkt des Sechsten Nationalen Ressourcenforums. Unter dem Leitmotiv „Langes Leben für Produkte, Mensch und Natur“ luden wir dazu ein, dieses kraftvolle – und zugleich oft unterschätzte – Prinzip der Kreislaufwirtschaft neu zu entdecken und brachten jene Vorreiter:innen zusammen, die bereits sichtbar machen, wie Langlebigkeit zu einem Schlüssel für eine ressourcenschonende, zukunftsfähige Gesellschaft werden kann.

Unternehmen als Motor des Wandels

Besonders Unternehmen nehmen eine Schlüsselrolle ein. Sie sind nicht bloß Beobachter, sondern aktive Gestalter des Wandels. Wer heute in Langlebigkeit investiert, in Reparaturfähigkeit, in zirkuläre Prozesse oder geschlossene Materialkreisläufe, der legt den Grundstein für die Wertschöpfung von morgen. Es geht nicht darum, sich lediglich anzupassen – sondern darum, vorauszudenken. Nicht trotz der Transformation, sondern genau deswegen sichern Unternehmen so ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit.

Konsum neu denken

Auch wir alle als Konsument:innen sind gefragt: Denn jede Kaufentscheidung, jede Nutzung, jedes Reparieren – oder Nicht-Reparieren – beeinflusst, ob ein Produkt zum Wegwerfartikel wird oder Teil eines nachhaltigen Kreislaufs bleibt. Langlebigkeit beginnt im Design, aber sie lebt durch unser Verhalten. Es braucht ein kulturelles Umdenken – weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu Achtsamkeit, Qualität und Wertschätzung – in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft als Ganzes. Wenn wir über Langlebigkeit sprechen, dann geht es nicht nur um Technik und Materialien. Es geht um eine Haltung. Um Verantwortung. Und um das gemeinsame Ziel, unsere Gesellschaft innerhalb der planetaren Grenzen lebenswert zu gestalten.

Unser Beitrag: Ein Forum für Sie!

Genau deshalb gibt es das Ressourcen Forum Austria. Wir sind eine unabhängige, gemeinnützige Plattform, gegründet 2013 von Vertreter:innen aus Industrie und Landwirtschaft. Unser Ziel: die Ressourcenwende. Wir verbinden Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft für die gemeinsame Such nach Lösungen – und zeigen: Kreislaufwirtschaft funktioniert. Unsere Stärke liegt in unserem praxisnahen und lösungsorientierten Zugang. Und wir sind davon überzeugt, dass Lösungen für ressourcenschonendes Handeln ohne Einschränkungen möglich sind – wenn wir gemeinsam daran arbeiten. Dafür entwickeln wir Werkzeuge und Checklisten, organisieren Konferenzen und Workshops, zeigen Best-Practices und machen Mut zum Handeln.

Gemeinsam handeln, gemeinsam gewinnen

Die inspirierenden Speaker:innen und interessierten Teilnehmenden am Sechsten Nationalen Ressourcenforum haben auch uns wiederum Mut für die nächsten Schritte gegeben und eindrucksvoll gezeigt: Vorreiter:innen aus Regionen, Gemeinden und Betriebe in ganz Österreich (und darüber hinaus) leben bereits heute vor, wie Langlebigkeit und Kreislaufwirtschaft gelingt. Ihre Erfahrungen sind ein Schatz an Wissen – und ein Beweis dafür, dass die Transformation nicht nur möglich ist, sondern längst begonnen hat.

Kreislaufwirtschaft als Standortvorteil

Kreislaufwirtschaft sichert die Wettbewerbsfähigkeit von morgen – und kann unser Standortvorteil werden. Wer auf langlebige Produkte, Wiederverwendung und Ressourceneffizienz setzt, senkt Kosten und wird krisenfester. Politik, Unternehmen und Konsument:innen sind gemeinsam gefordert. Denn nur gemeinsam kann Kreislaufwirtschaft zum Schlüssel einer zukunftsfähigen Gesellschaft werden. Lassen Sie uns diesen Weg weitergehen – mit Mut, mit Kreativität und mit der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Ihr
Florian Iro, Präsident Ressourcen Forum Austria

Weiterführende Informationen
  • Dieser Text fasst die Grußeworte von Florian Iro im Rahmen des Sechsten Nationalen Ressourcenforums im Mai 2025 in Salzburg zusammen. Weitere Informationen zum Sechsten Nationalen Ressourcenforum finden Sie hier.

(01.12.2025)

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