Projekt Circular Foresight Initiative

Die bayerisch-österreichische Region steht vor einer doppelten Herausforderung: Der notwendige Wandel hin zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Wirtschaft trifft auf eine strukturelle Krise der Industrie. Die Kreislaufwirtschaft ist in diesem Zusammenhang ein vielversprechender Ansatz. Die Circular Foresight Initiative (CFI) vereint 7 kreislaufwirtschaftliche Vorreiterorganisationen und CE-Netzwerke aus Bayern und Österreich, um innovative, zirkuläre Wertschöpfungsprozesse in Branchen mit hoher Materialintensität zu fördern.

Ein gefördertes Projekt des EU-Programms INTERREG Österreich-Bayern 2021-2027

Projektpartner:

Rahmenbedingungen

Die Circular Economy (CE) verspricht Ansätze für die Lösung der drei drängendsten Probleme vor denen der Europäische Wirtschaftsraum sowie viele Regionen in Europa stehen: 

  1.  Mehr Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft: zirkuläre Praktiken führen zur Reduktion des Materialverbrauchs und damit zur Reduktion von Treibhausgasemissionen (ökologische Nachhaltigkeit) sowie ebenso zur Reduktion von Materialkosten und Kostenrisiken von Unternehmen (ökonomische Nachhaltigkeit). 
  2.  Diversifizierung der Rohstoffquellen durch die Erschließung des Materialstocks als zusätzliche Rohstoffquelle mithilfe der R-Strategien (Reuse, Refurbishment, etc.). 
  3.  Mehr Resilienz in der Rohstoffversorgung durch höhere Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen bzw. geringerer Nachfrage wegen langlebigerer Produkte. 

Projektziele

Die Circular Foresight Initiative (CFI) vereint 7 kreislaufwirtschaftliche Vorreiterorganisationen und CE-Netzwerke aus Bayern und Österreich, um innovative, zirkuläre Wertschöpfungsprozesse in Branchen mit hoher Materialintensität zu fördern.  

Das Projekt hat folgende Zielsetzungen:

  • Resilienz erhöhen durch mehr Sekundärrohstoffe und langlebigere Produkte 
  • Praxisnahe Zukunftspfade für KMU entwickeln auf Basis echter Bedarfe. 
  • Pionierwissen nutzbar machen, um materialintensive Branchen bei der Transformation zu unterstützen. 
  • Circular-Foresight-Methodik testen und weiterentwickeln. 
  • KMU-orientierte Angebote für Einsteiger aufbauen. 
  • Ein grenzüberschreitendes Innovationsnetzwerk etablieren für dauerhafte Zusammenarbeit. 

Projektinhalt

Die CFI verfolgt einen grenzüberschreitenden Ansatz, der von den Erfahrungen, der Expertise und den Kontakten aller Partner profitiert. Die CFI fördert die zirkuläre Transformation im bayerisch- österreichischen Grenzraum mit einem ergebnisoffenen Bottom-Up-Ansatz. Im Gegensatz zu Top- Down Ansätzen, die vorgefertigte Lösungen wie digitale Tools entwickeln, richtet sich die CFI an die unbekannten Bedürfnisse von Unternehmen bei der Implementierung von Maßnahmen zur Stärkung der CE. Dabei nutzt sie die Expertise und das Erfahrungswissen zirkulärer Vorreiterunternehmen (Pioniere) aus materialintensiven Branchen. 

In Workshops werden die Erfahrungen dieser Pioniere analysiert, bestehende und bestandene Herausforderungen sowie angewandte und erfolgreiche Strategien zur Überwindung dieser  Herausforderungen identifiziert und daraus praxisnahe und handlungsorientierte zirkuläre Zukunftspfade für Unternehmen entwickelt. Neue Erkenntnisse werden mit den teilnehmenden Unternehmen validiert, um Kohärenz und Präzision sicherzustellen. 

 Die Grundlage für diese Analyse und Synthese bildet eine neu entwickelte Circular-Foresight- Methodik (CFM) – eine Kombination aus Szenarioanalysen und Corporate Foresight mit Fokus auf die Kreislaufwirtschaft. Die CFM wird an der TH Rosenheim entwickelt und im Rahmen von eigens durchgeführten Workshops angewandt. Ein Prototyp der Methodik existiert bereits, sie wurde im berufsbegleitenden Masterstudiengang CE explizit als Entwurf für dieses Projekt entwickelt. 

Zielgruppe sind vor allem KMU mit Erfahrung, Know-How, Anwenderwissen und Erfahrung in Bezug auf die Umsetzung von Kreislaufwirtschaftsmaßnahmen. Für diese wird basierend auf dem entwickelten Verständnis unternehmens- und wertschöpfungskettenspezifische Zukunftspfade für die Kreislaufwirtschaft erarbeitet. Diese Erkenntnisse werden genutzt, um Angebote für kreislaufwirtschaftliche Einsteigerunternehmen zu unterstützen und konkrete Angebote für diese zu entwickeln.  

Für eine bessere Erreichung der Kernzielgruppe werden die CFM-Workshops in bestehende Veranstaltungsformate wie Messen oder Branchentreffen integriert. Die CFI unterstützt Unternehmen dabei, die grüne Transformation erfolgreich zu gestalten. Zentrales Ergebnis ist ein tiefgreifendes Verständnis der Bedürfnisse und Herausforderungen von Unternehmen sowie die Identifizierung der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche zirkuläre Transformation. 

Der Kern des Projekts liegt im Aufbau eines strukturierten, grenzüberschreitenden Innovationsnetzwerks, das Wissen der kreislaufwirtschaftlichen Pioniere nutzt, um zirkuläre Zukunftsstrategien gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Clusterorganisationen zu entwickeln, die von KMU aus der Region angewandt werden können.  

Förderung und Laufzeit

Gesamtbudget: 854.392,10 Euro. Das Projekt erhält eine Kofinanzierung in Höhe von 640.794,07 Euro von der Europäischen Union im Rahmen des Interreg Bayern-Österreich Programmes.

Projektlaufzeit: 01.01.2026 – 30.06.2028

Projektpartner

  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Burghausen mbH (LP), DE 
  • TH Rosenheim, Fakultät für Chemische Technologie  und Wirtschaft (Campus Burghausen), DE 
  • Ressourcen Forum Austria
  • Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH 
  • Trägerverein Umwelttechnologie-Cluster Bayern e.V. 
  • Standortagentur Tirol GmbH 
  • Innovation Salzburg GmbH 

Das Ressourcen Forum Austria bedankt sich für die Unterstützung von: