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Produzierende Wirtschaft

Ressourcen schonen für schwarze Zahlen. Kreislaufwirtschaft im Handwerk.

Dass Kreislaufwirtschaft im Handwerk nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch betriebswirtschaftlich vorteilhaft ist, zeigte der Workshop „Ressourcen schonen für schwarze Zahlen“ von Handwerkskammer für München und Oberbayern, Ressourcen Forum Austria, Holzcluster Salzburg, EUREGIO Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein, umwelt service salzburg und Wirtschaftskammer Salzburg eindrucksvoll. Die gut besuchte Veranstaltung fand im Rahmen des EU-INTERREG Österreich-Bayern-Projekts „Kreislaufwirtschaft ins Handwerk“ statt. Handwerksbetriebe Expert:innen und Interessierte diskutierten, wie sich Materialeinsatz und Kosten gleichzeitig reduzieren lassen – ohne Qualität einzubüßen. Was alle Beiträge vereinte: Kreislaufwirtschaft ist kein Luxus, sondern ein Strategiewechsel mit ökonomischem Nutzen – quer durch alle Gewerke.

Ressourcenmanagement als Systemdenken

Martin Hiebler machte deutlich: Ressourcen sind mehr als nur Material – auch Zeit, Wissen, Prozesse und Beziehungen zählen dazu. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, gilt es, diese gezielt zu nutzen, Verschwendung zu erkennen und durch kontinuierliche Verbesserung (KVP) zu reduzieren. In einem Zusammenspiel von Technologie, Innovation, Organisation, geschulten Mitarbeiter:innen und betriebsübergreifender Kooperation können so die 10 Verschwendungsarten von Überproduktion und Bestände über Fehler bis zu falsch eingesetzten Mitarbeitenden angegangen werden. Konkret bedeutet das: Digitale Planung, effiziente Maschinen, passgenaue Materialbestellungen und kreative Wiederverwendung – etwa durch Möbel aus Verschnitt oder alte Bauteile. Ebenso entscheidend sind Schulung der Mitarbeitenden, optimierte Projektabläufe und regionale Kooperationen. Wie das konkret funktioniert, demonstrierte Johannes Spatzenegger von der Schmidhuber Raum GmbH: Mit klaren Verantwortlichkeiten, geschlossenen Materialkreisläufen und einem aktiven Ideenmanagement gelingt es dem Betrieb mit 35 Mitarbeitenden, Ressourcen effizient zu nutzen. Seit 2022 wurden über 2.500 Verbesserungsvorschläge gesammelt – und rund 90 % davon umgesetzt. 

Wiederverwendung als Zukunftschance

Martin Kranl, Parkettrestaurator und Obmann der Bundesfachgruppe für Fußbodentechnik, ergänzte die Perspektive um die Dimension der Wiederverwendung: In Zusammenarbeit mit Weitzer Parkett werden alte Parkettböden im Rahmen des Projekts Re:Parkett systematisch ausgebaut, restauriert und neu verlegt – ein Paradebeispiel für zirkuläres Wirtschaften im Handwerk. Kranls Botschaft: Wer Werte bewahrt, muss keine neuen Ressourcen verbrauchen. Kreislaufwirtschaft und Handwerkstradition gehen dabei Hand in Hand – und lohnen Sich.

Berichterstattung mit Vorteilen

Jasmin Ebner von der ESG Schmiede unterstrich zudem, welche Chancen eine fundierte Nachhaltigkeitsberichterstattung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bietet – nicht nur zur Erfüllung rechtlicher Anforderungen, sondern auch als strategisches Instrument zur Positionierung am Markt. 

Fazit: Kreislaufwirtschaft zahlt sich aus

Die Vorträge zeigten eindrucksvoll, wie Handwerksbetriebe durch konsequente Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologische Verantwortung übernehmen, sondern auch ihre Widerstandsfähigkeit stärken, Materialkosten senken und ihre Zukunft sichern können – praxisnah, wirtschaftlich und mit Tradition im Rücken. 

Weiterführende Informationen
  • Dieser Text fasst einen Workshop mit Martin Hiebler (Experte aus dem Beraterpool umwelt service salzburg), Johannes Spatzenegger (Schmidhuber Raum GmbH), Martin Kranl (Parketthandwerk), Jasmin Ebner & Ines Denk (ESG Schmiede) und Sarah Reiter (EUREGIO Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein & Moderation) zusammen, der im Rahmen des Sechsten Nationalen Ressourcenforums im Mai 2025 in Salzburg stattfand. Weitere Informationen zum Sechsten Nationalen Ressourcenforum finden Sie hier.

  • Alle Präsentationen finden Sie hier.

  • Der Workshops wurde in Kooperation mit Handwerkskammer für München und Oberbayern, Holzcluster Salzburg, EUREGIO Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein, umwelt service salzburg & Wirtschaftskammer Salzburg organisiert.

(01.12.2025)

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