Tools & Methoden – How to start the circular journey
Wie gelingt der Einstieg in die Kreislaufwirtschaft für Betriebe? Diese Frage stand im Zentrum einer Breakout-Session in Kooperation mit dem Institut für Managementwissenschaften der TU Wien und dem Projekt Inno.Circle. Expertinnen zeigten, wie Unternehmen konkrete erste Schritte Richtung zirkuläres Wirtschaften setzen können.
Inno.Circle: Werkzeuge für systemische Veränderung
Kristina Bogner (Projekt Inno.Circle / Klimabündnis Tirol) stellte ein umfangreiches Toolkit für zirkuläre Geschäftsmodelle und strategische Entwicklung vor. Das Portfolio reicht vom „Circular Design Toolkit“ über den „Circular Business Model Design Guide“ bis zu spezifischen Tools wie dem „Material Circularity Indicator“ oder dem „Circular Readiness Level“. Besonders wertvoll: Die Tools sind thematisch breit aufgestellt – für Einstiegsanalysen für den Status Quo, Business Model Toolkits, Tools mit Fokus auf Produkt und Design, Strategieentwicklungsmethoden und Lif Cycle Analysen – und ermöglichen je nach Zielgruppe und Transformationsbedarf eine individuelle Auswahl. Inno.Circle unterstützt Unternehmen in mehrstufigen Programmen von der Sensibilisierung bis zur konkreten Umsetzung, etwa durch Coaching, Innovation Sprints oder Branchenschwerpunkte wie Bau und Lebensmittelwirtschaft.
Kompass Kreislaufwirtschaft
Stefanie Eisl (TU Wien) gab im Anschluss einen Überblick über Herausforderungen, die vor allem kleine und mittlere Unternehmen beim Einstieg in die Kreislaufwirtschaft haben: zu wenig Informationen, Unsicherheiten bei der Umsetzung und oft das Gefühl, dass Kreislaufwirtschaft zu komplex oder zu abstrakt sei. Genau hier setzt der Kompass Kreislaufwirtschaft an – ein wissenschaftlich fundiertes, niedrigschwelliges und kostenfreies Self-Assessment-Tool, das Unternehmen ihre Stärken und Potenziale aufzeigt. Das Tool bietet 50 gezielte Fragen in acht betrieblichen Handlungsfeldern – von Beschaffung über Produktion bis Kommunikation. Ergebnis ist ein individueller Reifegrad in fünf Stufen, ergänzt durch konkrete Handlungsempfehlungen und Best-Practice-Beispiele. Ziel ist es, Unternehmen nicht nur zu analysieren, sondern sie zum aktiven Handeln zu befähigen – mit klaren nächsten Schritten und der Option, sich mit anderen Akteur:innen zu vernetzen.
Praxis trifft Theorie: Das Beispiel Fairphone
Wie Theorie in die Praxis übergeht, zeigte Thea Kleinmagd, Circular Economy Managerin beim niederländischen Unternehmen Fairphone. Das Unternehmen startete 2010 als Kampagne gegen Konfliktmineralien – und ist heute Vorreiter in ethischer, langlebiger und reparierbarer Smartphone-Technologie. Kleinmagd betonte, dass Kreislaufwirtschaft bei Fairphone nicht Selbstzweck ist, sondern ein klarer Beitrag zur Reduktion ökologischer und sozialer Belastungen. Durch modulare Bauweise, transparente Lieferketten und konsequente Lebenszyklusanalysen (LCA) schafft Fairphone es, Umweltwirkungen drastisch zu senken. Der Schlüssel: Langlebigkeit. Ein Smartphone, das doppelt so lange genutzt wird, verursacht über 40 % weniger CO₂-Emissionen. Fairphone zeigt, wie sich Umweltschutz, faire Arbeitsbedingungen und wirtschaftlicher Erfolg vereinen lassen.
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(01.12.2025)



