Warum braucht Österreich ressourceneffiziente Gemeinden?

Unter dem Titel Ressourceneffiziente Gemeinde arbeitet der Österreichische Gemeindebund seit 2016 mit dem Ressourcen Forum Austria, der Ressourcen Management Agentur und dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus zusammen, um Gemeinden auf dem Weg zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen zu unterstützen. Das Ziel des Projekts ist die österreichischen Gemeinden mit strategischen Grundlagen und praxisorientierten Aktivitäten auf den Weg zu einer gelebten Ressourceneffizienz – im Einklang mit europäischen und nationalen Vorgaben – zu helfen.

Ressourceneffiziente Gemeinde (c) RMA

Ressourceneffiziente Gemeinde (c) RMA

Die Zukunft unserer Ressourcen

Der globale Ressourcenverbrauch übersteigt die Kapazitäten der Natur. Die Menge an Abfall steigt unaufhaltsam. Die Ressourcenfrage stellt eines der größten Probleme des 21. Jahrhunderts. Die Steigerung der Ressourceneffizienz und die Entwicklung zu einer Kreislaufwirtschaft zählen deshalb zu den entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit. Mit dem Aktionsplan Kreislaufwirtschaft der EU und der Leitinitiative „Ressourcenschonendes Europa“ wurden Impulse für den Übergang der europäischen Wirtschaft Richtung Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz gesetzt. Mit gezielten Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette soll das Wirtschaften in Kreisläufen und damit die Wettbewerbsfähigkeit gefördert werden. Das Ziel: Produkte so zu produzieren und konsumieren, dass ihre Ressourcen möglichst lange genutzt werden, sie wenig Abfälle generieren und CO2-arm sind. Wirtschaften in Kreisläufen wird in Österreich unter anderem durch den Österreichischen Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung (NaBe) und dem Ressourceneffizienz Aktionsplan (REAP) gefördert. Der REAP setzt als Zielwert die Steigerung der Ressourceneffizienz bis 2020 um mindestens 50 % im Vergleich zu 2008. Die Ecksteine für die Realisierung dieser ambitionierten Vision bilden die 10 Maßnahmen in den vier Aktionsfeldern „Ressourceneffiziente Produktion“, „Öffentliche Beschaffung“, „Kreislaufwirtschaft“ und „Bewusstseinsbildung“ im Maßnahmenprogramm.

Die Bedeutung der Gemeinde 

Für die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz braucht es jedoch einen multidimensionalen, integrativen und sektorübergreifenden Politikansatz mit Schnittstellen zu vielen anderen Politik- und Wirtschaftsfeldern. Dieser Ansatz beginnt im kleinsten Baustein unserer Gesellschaft – der Gemeinde und somit die Schnittstelle von gelebter Politik, Wirtschaft und Sozialem. Umso wichtiger ist es daher, die Umsetzung für eine weitreichende Ressourceneffizienz frühzeitig und nachhaltig in den Gemeinden zu verankern.

In den Gemeinden können Information und Sensibilisierung von EntscheidungsträgerInnen und BürgerInnen zum Thema Ressourcen am besten stattfinden und Ideen zu Projekten werden. Österreichweite Vorzeigeprojekte zeigen, dass die Gemeinden das Fundament für einen erfolgreichen Übergang zur Kreislaufwirtschaft sind. Außerdem ist die Gemeinde und ihre Vertreter die erste und unmittelbare Kontaktstelle zu den Bürgern. In dieser Funktion ist die Gemeinde auch Vorbild für ihre Einwohner und kann so indirekt auf den Umgang mit Ressourcen im privaten Umfeld Einfluss nehmen. Die Palette an Themen und Maßnahmen zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung auf regionaler und lokaler Ebene ist groß. Viele Maßnahmen spielen mit dem Klimaschutz zusammen, Ressourcenschonung geht aber weit darüber hinaus.